Familienzuwachs – oder wie das Model S unser Leben veränderte

Seit nunmehr bald 3,5 Jahren und über 120.000 km sind wir mit unserem Tesla unterwegs. Es war am 20. Mai 2015, als uns eine sehr nette Tesla Mitarbeiterin zu Hause abholte. Standesgemäß brachte Sie uns in einem Tesla nach Wien, zum damals einzigen Service Center Österreichs. Dieser Tag, an dem wir unser neues Auto in Empfang nahmen, ist für uns nach wie vor so etwas wie der Geburtstag eines Familienmitgliedes, oder der eines guten Freundes.

Einen knappen Monat später starteten wir bereits unsere erste längere Reise, insgesamt fast 4.500 km. Es ging nach Dänemark, verbunden mit einer ausgiebigen Rundreise. Mit dabei, meine Frau, unsere Tochter und die Schwiegermutter. Diese erste große Reise mit dem Tesla war, trotz des noch nicht so gut ausgebauten Supercharger-Netzwerks, eine Offenbarung. Noch nie sind wir größere Strecken so entspannt und bequem gereist. Ich entdeckte die Vorzüge des Frunks, ab da wurde er von mir in „Männerkofferraum“ umbenannt.



Wenn die Reiselust erwacht

Ein halbes Jahr später kam die erste Software des Autopiloten dazu, damit wurden viele Fahrten gleich noch entspannter. Unsere Tagesetappen können manches Mal durchaus 1.000 km und mehr sein. Der Mehraufwand durch das Laden wird aber durch die Qualität der Pausen mehr als wett gemacht. Selbst ein Stau ist kein ärgerlicher Faktor, es läuft kein Motor und trotzdem ist der Wagen angenehm klimatisiert. Dazu Musik, ein Hörbuch oder ein Podcast über Spotify und den Stop & Go Verkehr übernimmt der Wagen von alleine.

Mittlerweile haben wir fast alle Länder Westeuropas bereist, etwas was ich mit einem Verbrenner, alleine der Umwelt wegen nie gemacht hätte. Etwa 50% unseres verfahrenen Stromes kommt direkt von unserer Photovoltaikanlage – einfach ein tolles Gefühl. Die Planung einer Reise verläuft für uns übrigens nicht wesentlich anders als früher. Der einzige Unterschied, wir bevorzugen Unterkünfte welche Ladestationen oder zumindest Strom anbieten. Diese finden wir entweder über Tesla selbst oder mittlerweile sogar über Reiseportale. Da elektrisches Fahren wesentlich ruhiger und entspannter abläuft, wurde auch der Weg immer mehr zum Ziel. So viele Alpenpässe, Flusstäler, Seen, Dörfer und Sehenswürdigkeiten wie in den Jahren mit unserem Tesla, haben wir im ganzen vorigen Autoleben nicht gesehen.



Die schönste Veränderung: neue Freunde

Es gibt aber noch eine große Änderung in unserem Leben, diese betrifft unser soziales Umfeld. Durch den Tesla haben wir tatsächlich einige echte neue Freunde gefunden. Wir sind regelmäßig bei gemeinschaftlichen Ausflügen und Elektroauto-Rallyes dabei. An den Superchargern, in den Lounges oder in den Hotels mit Destination Chargern gibt es regelmässig, spannende, lustige und schöne Gespräche. Die Gruppe der Teslafahrer hat eine enorme Bandbreite, es gibt Ihn nicht, den durchschnittlichen Teslafahrer. Er kann im Anzug daherkommen, aber genauso in der Schlossermontur, er kann Geld haben oder aber auch nur einfach sparsam leben. Ich habe erwachsene Leute kennengelernt, die nur wegen des Teslas den Führerschein gemacht haben. Ich kenne einen, der hat sich mit 80 Jahren einen Tesla gekauft, oder ein anderer der direkt von der „Ente“ auf Tesla umgestiegen ist. Viele solche Geschichten und ebenso spannende Lebensläufe erfährt man in den Ladepausen oder bei den Veranstaltungen.



Eine veritable Investition

Zunächst war das Model S natürlich eine relativ teure Anschaffung – wir hatten uns für Barzahlung entschieden, aber ab dann wurde es einfach stetig günstiger. Bisher hatten wir keine Reparaturkosten, die Energiekosten sind im Vergleich zum Verbrenner minimal und ein großer Teil der verschiedenen Steuern fallen weg. Letztlich fahre ich sogar schon jetzt günstiger als mit dem Vorgängerfahrzeug. Unterm Strich habe ich sogar weniger Zeit mit Warten beim Laden verbracht, als ich für Tanken aufwenden hätte müssen.

Was festzuhalten ist: Für uns ist der Tesla mehr als nur ein Erstauto, er ersetzte nicht nur meinen bisherigen Pkw, sondern aufgrund seiner Lademöglichkeiten zum großen Teil auch meinen Lieferwagen. Dazu ersetzt er auch noch zum Teil das Fahrzeug meiner Frau, allerdings nur noch bis Sie endlich das Model 3 bekommt. Auch dies muss natürlich in die Gesamtkalkulation mit einfließen.



Wie geht es für uns weiter?

Zwei Dinge sind für uns sicher, es gibt kein zurück zum Verbrenner und wir warten nun auf das Model 3. In der amerikanischen Ausgabe durften wir es sogar schon Probe fahren. Es wird wohl das zweite Highlight in unserem Teslaleben.

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