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Model X und Trailer: Geht das?

Elektroautos können vieles, Tesla‘s Elektrorenner immer noch etwas mehr. Davon durften wir uns schon anlässlich unterschiedlichster (Belastungs) tests überzeugen.

So sind wir mit dem Model S in 48 Stunden 4020 km durch 10 Länder Europas gefahren; haben mit der Fahrt von Tarifa ans Nordkapp einen mit einem Guinnessrekord aufgestellt; und sind in drei Jahren insgesamt etwa 200.000 km unterwegs gewesen. Ohne nennenswerte Störungen, niemals ohne Strom. Zu unglaublich günstigen laufenden Kosten und mit ganz viel Freude am Auto.

 

Und doch stand da bei mir vereinsamt in der großen Halle noch immer eine Mercedes S-Klasse. Zwölfzylinder. Ein Auto, für das manche ihre Schwiegermutter verkaufen würden. In drei Jahren 1.000 km gefahren. Fürs Tanken, zum TÜV, zur Inspektion und…… zum Boot aus dem Winterlager holen und es wieder dort hinbringen.

Denn die S-Klasse hat eine Anhängekupplung. Das Model S nicht. Der einzige Mangel am Model S, das sonst durch reichlich Leistung, jede Menge Fahrspaß, viel Reichweite, Supercharger und Autopilot für entspannte und sorgenfreie Langstreckenfahrten überzeugt und immer noch gefällt. Und dennoch; zweimal im Jahr diese Blicke der anderen Segler im Club: „Was?“ hieß es da, „Du hast die S-Klasse immer noch?“ oder „Du bist der einzige, der sich zum Boot aus dem Winterlager holen noch einen Zwölfzylinder hält“.



 

Aber ich bin kein SUV-Typ, weshalb ich vom Model X erstmal nichts wissen wollte. Bis ich, kurz vor Weihnachten 2016, den großen Fehler machte: eine Probefahrt... Ich sage immer jedem, der was gegen Elektromobilität hat: mach ja keine Probefahrt! Es macht süchtig. Wie viele sind da schon süchtig geworden…..

Aber eben, ich fuhr, und kurz darauf habe ich das Model X dann doch bestellt. Trotz Model S in der Garage.

 

Warum?
Erstens: die Scheibe. Riesig. Komfortabel beim Blick auf Ampeln, Panorama auf Häuser, Bäume, Wolken, Berge, einfach alles. Was für ein Unterschied zu einem Glasdach. Das Fehlen des Balkens am oberen Rand der Windschutzscheibe erzeugt ein Raum- und Reisegefühl der Extraklasse.
Zweitens: das Raumangebot. Riesig. Komfortabel. Variabel. Klare Steigerung gegenüber dem Model S, und schon das hat jede Menge Platz. Zum Reisen jedoch ist das X einfach die noch bessere Option.
Drittens: die neue Batterietechnologie mit dem 100 KWh Akku. Noch schneller als die bisherigen am Supercharger ladend, ermöglicht er mir die gleichen flotten Reisezeiten wie das Model 90D zuvor.
Viertens: der Klang. Die große Windschutzscheibe verbessert nochmals den Klang der ohnehin hervorragenden Audioanlage. Darüber kann ich mir als Kopfhörerhersteller ein Urteil erlauben.
Fünftens: die Anhängekupplung. Nicht oft in Benutzung, aber ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Das einzige vollelektrische Auto mit Anhängelast. Und noch dazu knapp 2,3 Tonnen. Das reicht für den Bootstransport.

 

Die Punkte eins bis vier genieße ich seit etwa einem Monat in vollem Umfang.

 

Der erste Test zu Punkt fünf erfolgte Anfang April. Ergebnis: Die S-Klasse ist nicht nur verkauft, sondern hätte auch ausgedient. Das Model X zieht den Hänger absolut unbeeindruckt und mit großer Ruhe im Fahrwerk. Zu hören ist nichts anderes als sonst. Die 2.200 Kilogramm am Haken scheinen dem Model X nichts auszumachen. Einzig der Verbrauch steigt im Vergleich zum Verbrenner prozentual noch etwas stärker an, da die kräftige Rekuperation des Model X den Hänger sofort in die Auflaufbremse schickt, was die Menge der zurückgewonnenen Energie begrenzt.

 

Umgerechnet hat das 16-Meter-Gespann daher etwa 4,9 Liter Super plus auf 100 km verbraucht. Die S-Klasse lag hier bei etwa 21 Litern auf 100 km.

 

Sorgen oder Nöte? In dieser Anwendung absolut nicht. Der Menschenauflauf bei Ankunft im Club war zu erwarten, die neugierigen Fragen konnten beantwortet werden.

 

Tesla-Momente, die ich einfach nicht mehr missen möchte.

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