Aus gutem Holz geschnitzt: Ein Schweizer Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Als Holzbauspezialist setzt unser Unternehmen schon immer auf Nachhaltigkeit: Holz ist nachhaltig, Holz ist CO2-neutral, ist ein einheimischer Rohstoff, wächst laufend nach, ist einfach bearbeitbar, kann auf vielerlei Art, z.B. als Isolation, zur Verkleidung oder statisch tragend eingesetzt werden. Während inzwischen auch der Bund reagiert, verschiedene Kantone und Gemeinden mitziehen und auch private Bauherren immer häufiger auf die Vorteile von Holz setzen, beschäftige ich mich von Berufs wegen seit über 40 Jahren mit diesem Thema.

Seit Jahrzehnten vertrete ich die Meinung, dass wir umweltbewusster und ökologischer leben und handeln sollten. So widerstrebte es meinem Sinn bereits vor längerer Zeit, privat noch einmal ein mit fossilem Brennstoff betriebenes Auto anzuschaffen. So fahren wir seit März 2014 unser Model S, mit dem wir inzwischen über 170.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Im März 2015 haben wir im Rahmen einer Gebäudesanierung im Betrieb eine Photovoltaikanlage auf dem Dach realisiert, mit dem Gedanken, einen Teil des im Betrieb und für das Elektroauto notwendigen Stroms möglichst selbst ökologisch herzustellen und direkt zu verbrauchen. Indem wir die Ladevorgänge des Autos und die Maschineneinsätze möglichst nach der Sonne ausgerichtet haben, kamen wir mit der Photovoltaikanlage bereits auf einen hervorragenden Eigenverbrauchsanteil von knapp 50%.

Getrieben durch die niedrigen Einspeisetarife in der Schweiz und dem Wunsch, die Umweltbilanz weiter zu verbessern, war das Ziel jedoch, den Eigenverbrauchsanteil noch weiter zu erhöhen. So machte ich sobald möglich eine Reservation von drei Powerwalls. Inzwischen sind ein Model 3, ein erster Elektrobus für den Betrieb und eine vierte Powerwall dazugekommen. Somit dürfte der Eigenverbrauchsanteil über das Jahr bei nahezu 80% liegen.

Am meisten Energie brauchen die schweren Maschinen wie beispielsweise der Hacker oder die siebenspindlige Hobelmaschine. Diese sind jedoch meistens nur kurzzeitig in Betrieb. Weiter betreiben wir noch einen größeren Wärmeverbund für umliegende Schul- und Wohnhäuser mit einer Schnitzelheizung. Dieser Wärmeverbund erfordert rund um die Uhr eine Grundlast an Energie. Der Wärmeverbund benötigt etwa die Hälfte unseres gesamten Strombedarfes: Mit rund 300 Tonnen Holzschnitzeln werden daraus ca. 1.000.000 kWh (1.000 MWh) thermische Energie im Jahr für den Wärmeverbund erzeugt. Dazu kommt natürlich noch die stetig wachsende Elektrofahrzeugflotte.

Um den Verbrauch zu optimieren, richten wir die Prozesse nach wie vor möglichst nach der Sonne aus. Das heißt konkret: Autos möglichst über Mittag laden, Hacker vor oder nach dem Mittag, schwere Maschinenarbeiten, die nicht termingebunden sind, nach Möglichkeit ebenfalls bei hohem Sonnenstand oder mit Ergänzung aus den Powerwalls. Den Ausgleich von Überschuss und Mehrverbrauch sowie die Versorgung in der Nacht richten die Powerwalls, sofern genug Strom aus der Photovoltaik vorhanden ist.

Dadurch, dass man die ganzen Stromflüsse einfach auf der App überblicken kann, ist man automatisch noch mehr darauf bedacht, möglichst viel Strom selber zu verbrauchen. Besonders bei mir stelle ich fest, dass ich dadurch noch mehr auf unnötigen Stromverbrauch sensibilisiert bin. Das wiederum hat dazu geführt, dass wir stromfressende Maschinen ersetzt und die Beleuchtung auf LED umgestellt haben – und natürlich die Maschinen nicht unnötig laufen lassen. Auch das gesamte Personal ist inzwischen energiebewusster, und Vorurteile gegenüber der Elektromobilität konnten ebenfalls abgebaut werden.

Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass wir die Photovoltaikanlage noch einmal vergrößern und dann auch noch die Speicherkapazitäten um zwei weitere Powerwalls aufstocken. Schließlich bin ich heute mehr denn je davon überzeugt, dass wir Strom dezentral produzieren und möglichst selber nutzen sollten – um endlich weg zu kommen von fossiler Energie, hin zu erneuerbaren, einheimischen Energiequellen.



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