Der Kilometer-Millionär

Einmal mit meinem Tesla Model S P85+ in 14 Tagen nach Tarifa, direkt von dort zum Nordkap, quer durch Europa bzw. 12 Länder, Start und Ende im deutschem Starnberg, Luftlinie 7.766 km, gewählte Fahrstrecke über 14.283 km … und weitere 989.000 km vorher und nachher in ein und demselben Model S – das ist kurzgefasst die Geschichte meines bislang bedeutendsten Rekordes.

Dabei wollte ich, immer schon ein Vielfahrer (ca. 40.000 km pro Jahr), anfangs „nur“ wissen, wie der Alltag mit einem Elektroauto aussieht und ob der überhaupt funktioniert. Anfangs, das heißt am 30. September 2009, als ich einen der ersten Tesla Roadster (VIN 083), die nach Europa geliefert wurden, in Betrieb nahm. Das Fahren war damals alles andere als einfach, denn es gab z.B. noch keine Supercharger. Es war daher ein Reisen mit Ausschau nach roten CEE Steckdosen und mit Notizzettel, wo es evtl. Lademöglichkeiten gibt. Bei heute mehreren 100 Supercharger-Standorten mit Tausenden Ladeplätzen und Tausenden Destination Charger Standorten auf dem Kontinent wohl kaum mehr vorstellbar.

Elektro-Extremfahren leicht gemacht

In den ersten drei Jahren fuhr ich mit dem Roadster, unter damals teilweise noch recht schwierigen Alltagsbedingungen, gut 200.000 km. Im Oktober 2014 – nach weiteren 200.000 km Roadstervergnügen – wurde ich in der Presse bereits als „Elektro- Extremfahrer“ bezeichnet, als „Marathon-Kilometer-Mann“. Zugegeben, es kommt ein bisschen auf den jeweiligen Alltag an, ihre Alltagstauglichkeit haben mein Roadster mit inzwischen über 633.0000 km Fahrleistung und mein Model S, das ich seit meinem Geburtstag August 2014 fahre, aber allemal unter Beweis gestellt.

1.000.000 km in nur fünfeinhalb Jahren: Da mag der ein oder andere sicher eine Menge Probleme auf der alltäglichen Wegstrecke erwarten. Doch weit gefehlt. Nicht funktionierende Lademöglichkeiten, undurchsichtige Preisgestaltung? Nein, denn die Supercharger funktionieren immer und überall. Eiskratzen am Morgen (auf dem Weg zum Nordkap bis -32C)? Entfällt dank der cleveren Klimatisierungsfunktion der App, die den Wagen und auch den Akku auf Wunsch vorheizt. Ölwechsel rechtzeitig durchführen lassen? … entfällt logischerweise auch. Kurzfristige Verfügbarkeit von Werkstattterminen und Verlässlichkeit zugesagter Garantieleistungen…ohne Einschränkungen gegeben. Benzinkosten? CO2 Emissionen? Fehlanzeige!

Wartungsarm ...

Stattdessen war ich zwischendurch einmal satte 300.000 km nicht einmal beim Service, außer natürlich wegen neuer Reifen. Tesla hat inzwischen das nach meiner Einschätzung weltweit am besten ausgebaute Supercharger-Netz, das überwiegend mit Ökostrom betrieben wird. Nicht zu vergessen ebenfalls die vielen Hotels mit Tesla Wallboxen.

Langweilig, weil Routine, wurde die Zeit mit meinem Model S nie. Stattdessen strebte ich stets neue Ziele an. Und so zählen unter anderem die Rallye Peking - Shanghai, eine wunderbare Irlandreise, ein Osteuropatrip u.a. nach Bulgarien, und nicht zuletzt bereits 2010 die E-Mobil Sternfahrt im Roadster von Freiburg nach Berlin zu den Highlights der vergangenen Jahre. Hier war ich von 26 teilnehmenden Roadstern der Einzige, der über richtige Langstreckenerfahrung in meinem Elektroauto verfügte! Seit dieser Sternfahrt war mir klar: Ich werde der Welt zeigen, dass man auch mit einem Elektromobil unbegrenzt weit und viel fahren kann.

Neun Jahre später, am 28.11.2019, wurde in Deutschland mit Tesla Automobilgeschichte geschrieben! Die ersten 1.000.000 km liegen hinter mir in einem 100% elektrisch betriebenen Fahrzeug – in einem Model S P85+.

Thema: 

Teilen